(iStock©BakiBG) Mit Abstand die häufigste Unfallursache ist der Sturz.
Frühjahrsputz ohne Risiko
Fenster putzen, Kästen räumen, Lampen abstauben: Reinigungsarbeiten sind gefährlicher als man denkt. Jedes Jahr verletzen sich tausende Österreicherinnen und Österreicher beim Saubermachen in den eigenen vier Wänden, mehr als die Hälfte davon sind Seniorinnen und Senioren. Wie ihr Zuhause sicher sauber wird, wissen die Experten vom KFV.
Wenn der Frühling Einzug hält, ist die Zeit gekommen, Haus oder Wohnung auf Hochglanz zu bringen. Was viele unterschätzen: Putzen zählt zu den unfallträchtigsten Alltagstätigkeiten überhaupt. Laut aktuellen Zahlen der Unfalldatenbank IDB-Austria mussten im Vorjahr österreichweit rund 30.000 Personen nach Verletzungen bei Reinigungsarbeiten im Krankenhaus behandelt werden. Das entspricht etwa 82 Spitalsbehandlungen pro Tag.
Ältere besonders gefährdet
Besonders alarmierend: Mehr als jede zweite verletzte Person gehört der Generation 60plus an. „Rund 52 Prozent der Verletzten bei Reinigungsunfällen gehören zur Gruppe der Seniorinnen und Senioren“, erklärt Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).
Der mit Abstand häufigste Unfallhergang ist dabei der Sturz. Er macht 61 Prozent aller Vorfälle aus. Zusammenstöße mit Gegenständen (14 Prozent) sowie Schnitt- und Stichverletzungen (16 Prozent) folgen auf den weiteren Plätzen. Auch körperliche Überanstrengung spielt eine Rolle und war im Vorjahr für vier Prozent der Unfälle verantwortlich.
Wacklige Hocker und rollende Sessel
Die Ursachen sind fast immer dieselben: Lampen werden etwa von rollenden Schreibtischsesseln aus gereinigt, es wird auf wackligen Hockern oder instabilen Leitern Staub gewischt und beim Fensterputzen dienen schon einmal gestapelte Kisten oder die Sofalehne als Podest. In mehr als der Hälfte aller Fälle (54 Prozent) waren Ablenkung, Zeitdruck oder schlichte Unachtsamkeit der Auslöser.
„Stolper- und Sturzunfälle sind typisch und werden etwa durch eine gefährliche Verlagerung des Schwerpunkts bei waghalsigen Balanceakten verursacht. Oft wird versucht, Zeit einzusparen, indem man Gegenstände noch stehen lässt oder die Leiter nicht extra nochmals umstellen möchte. Durch Hektik und Multitasking-Versuche entstehen dann gefährliche Unfallsituationen. Ein Klassiker ist hier auch der vergessene Staubsauger, der zu einem Unfall führen kann“, warnt Trauner-Karner.
So sind Sie bei Reinigungsarbeiten auf der sicheren Seite:
Eines nach dem anderen. Erstellen Sie einen Plan und arbeiten Sie die Aufgaben Schritt für Schritt ab – ohne Hektik und ohne mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen.
Pausen einlegen. Gönnen Sie sich regelmäßig Verschnaufpausen. Wer müde oder schwindlig ist, verliert leichter das Gleichgewicht.
Festes Schuhwerk tragen. Rutschfeste Sohlen geben sicheren Halt – Socken oder Hausschuhe sind beim Putzen keine gute Wahl. Handschuhe und Schutzbrillen schützen zusätzlich vor Reizungen durch Reinigungsmittel.
Stolperfallen beseitigen. Kabel, Putzutensilien und herumliegende Gegenstände immer sofort wegräumen. Staubsauger nach Gebrauch ausstecken und verstauen.
Nur stabile Leitern verwenden. Sessel, Tische oder gar gestapelte Kisten sind kein Leiterersatz. Die Leiter auf festem Untergrund aufstellen, mittig darauf stehen – und lieber einmal öfter umstellen, als sich gefährlich zur Seite zu lehnen.
Putzmittel niemals mischen. Verschiedene Reiniger können miteinander gefährliche chemische Reaktionen auslösen – auch wenn sie nur kurz hintereinander auf derselben Fläche zum Einsatz kommen.
Vorsicht auf nassem Boden. Nach dem Aufwischen ist der Boden oft rutschiger, als man denkt. Im Zweifel warten, bis alles getrocknet ist.
Quelle: KFV