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Gute Laune beginnt beim Essen
Dass Essen Leib und Seele zusammenhält, das wird nun auch durch moderne Grazer Forschung bestätigt. Wie das Richtige am Teller Stimmung und Konzentration verbessern kann, weiß Sandra Holasek.
An der Medizinischen Universität Graz werden spannende Initiativen vorangetrieben, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Psyche wissenschaftlich beleuchten: Im Wahlfach „Culinary Medicine“ erwerben Medizinstudierende unter Anleitung von Dozentin Sonja Lackner, Otto Loewi Forschungszentrum, und Haubenkoch Attila Várnagy praktische Ernährungskompetenz direkt am Herd, kombiniert mit wissenschaftlich fundiertem Wissen. 60 alltagstaugliche Rezepte für mehr seelisches Wohlbefinden finden sich zudem im Kochbuch „Ernährung für die Psyche“, zusammengestellt von Sabrina Leal Garcia (Med Uni Graz) und Várnagy.
Es ist ganz einfach, erklärt Professorin für Wissenschaftskommunikation und Ernährungskompetenz Sandra Holasek: „Ob wir lange konzentriert arbeiten können oder rasch ermüden, ob die Stimmung strahlt oder in den Keller rutscht, hängt davon ab, was wir essen und trinken.
Nährstoffreich
Unsere Fitness ist neben der ständigen Flüssigkeits- und Sauerstoffversorgung von der Zufuhr wichtiger Nährstoffe abhängig: Kohlenhydrate, Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe müssen verlässlich angeliefert werden. Auch die Zusammensetzung und Verteilung der Mahlzeiten über den Tag spielt eine entscheidende Rolle.
Das Nachrichtennetzwerk in unserem Kopf entspricht einer Datenautobahn von 100.000 Kilometern Länge. Unsere Gedanken werden vorrangig mit Hilfe von Eiweißverbindungen transportiert, die größtenteils direkt aus der Nahrung stammen. Wer hochwertiges Eiweiß zu sich nimmt, kann damit seine Gehirnleistung gezielt optimieren.
Kohlenhydrate wiederum sind nicht nur das „Benzin“ für unsere Muskulatur, sondern auch die Hauptenergiequelle der Gehirnzellen. Entscheidend ist dabei die „richtige Verpackung“: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Haferflocken liefern Energie gleichmäßig und beugen körperlichen wie geistigen Leistungstiefs vor. Ebenso wichtig: ausreichend trinken. Wasser ist Hauptbestandteil des Blutes, das Gehirn und Körper mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Dickt sich das Blut durch Flüssigkeitsmangel ein, lässt die Konzentration binnen kurzer Zeit spürbar nach.
Wohlfühlnahrung
Milch, Joghurt und Sauermilch liefern den Eiweißbaustein Tryptophan, eine Vorstufe des „Glückshormons“ Serotonin. Käse wie Parmesan oder Emmentaler, idealerweise auf Vollkornbrot, punktet mit B-Vitaminen und Magnesium. Fettreiche Fische wie Makrele, Lachs oder Forelle steuern wertvolles Eiweiß und Vitamin B6 bei. Eier. am besten mit Kartoffeln kombiniert, Bananen, Hülsenfrüchte, Nüsse und Kerne sind ebenfalls echte Seelenschmeichler. Haferflocken, Spinat und Vitamin-C-reiche Kraftpakete wie Paprika, Kiwi oder Sanddorn runden die Liste ab. Wer diese Lebensmittel regelmäßig in den Speiseplan einbaut, tut Körper und Seele gleichermaßen Gutes.
Univ. Prof. Dr. Sandra Holasek ist Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Gesundheit, Wissenschaft und Forschung.