(©Hubert Hauser)
Sicher reisen, gesund bleiben
Reisen erweitern den Horizont, können aber auch Gesundheitsrisiken bergen. Mit guter Vorbereitung und richtigem Verhalten lässt sich das Risiko meist minimieren.
Eine der häufigsten Urlaubserkrankungen sind Magen-Darm-Infektionen. Sie entstehen meist durch verunreinigtes Wasser, ungewaschenes Obst oder verdorbene bzw. unzureichend gekühlte Lebensmittel. Die Beschwerden reichen von Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen bis zu Erbrechen, Fieber oder Lebensmittelvergiftungen. Vorbeugend empfiehlt sich das Trinken von abgefülltem oder abgekochtem Wasser, gründliches Waschen bzw. Schälen von Obst sowie der Verzehr von Speisen in Betrieben mit gutem Hygienestandard. Vorsicht ist auch bei Eiswürfeln und Speiseeis in Ländern mit mangelhaften hygienischen Bedingungen geboten. Regelmäßiges Händewaschen und Händedesinfektion reduzieren das Infektionsrisiko zusätzlich.
Kommt es dennoch zu einer Magen-Darm-Infektion, sollten Flüssigkeits- und Elektrolytverluste durch ausreichendes Trinken ausgeglichen und nur leichte Kost verzehrt werden. Bei hohem Fieber, blutigen Stühlen, Bewusstseinsstörungen oder starkem Krankheitsgefühl sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Bei Fernreisen oder Reisen in tropische Regionen ist eine reisemedizinische Beratung einige Wochen vor Reiseantritt sinnvoll. Dabei sollte geprüft werden, ob Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus oder Gelbfieber sowie eine Malaria-Prophylaxe erforderlich sind. Da Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber durch Mücken übertragen werden, werden lange Kleidung, Insektenschutzmittel und Moskitonetze empfohlen.
Gefahr Hitze
In südlichen Ländern mit hohen Temperaturen drohen hitzebedingte Gesundheitsprobleme wie Sonnenbrand, Sonnenstich oder Hitzschlag. Durch Kopfbedeckungen, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und ausreichenden Aufenthalt im Schatten lässt sich das Risiko deutlich senken. Auch beim Schwimmen ist Sonnenschutz notwendig und sollte mehrmals täglich erneuert werden. Empfehlenswert ist zudem eine Ruhepause während der Mittagshitze.
Ein Sonnenstich äußert sich meist durch starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Betroffene sollten sich an einen kühlen, schattigen Ort begeben, den Kopf- und Nackenbereich kühlen und ausreichend trinken. Bei Verwirrtheit, Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit oder länger anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich.
Reisethrombose
Ein weiteres Risiko ist die Reisethrombose, also die Bildung von Blutgerinnseln in den Beinvenen. Begünstigt wird sie durch langes Sitzen bei Flug-, Bus- oder Autoreisen, hohe Temperaturen sowie bestehende Venenleiden. Im schlimmsten Fall kann eine Lungenembolie entstehen. Warnzeichen sind Schwellungen, Spannungsgefühl oder Verfärbungen eines Beines.
Vorbeugend helfen regelmäßige Bewegungspausen, das Auf- und Abgehen während längerer Flüge, bequeme Kleidung und ausreichendes Trinken. Auch einfache Fuß- und Beinübungen fördern die Durchblutung. Alkohol sollte möglichst vermieden und der Kaffeekonsum eingeschränkt werden. Risikopatienten, etwa Menschen mit Herz- oder Venenerkrankungen oder starkem Übergewicht, sollten vor Reiseantritt ärztlichen Rat einholen. Für sie können Kompressionsstrümpfe oder eine medikamentöse Thromboseprophylaxe sinnvoll sein.
Reisen in große Höhen können Kopfschmerzen, Schwindel und Atemnot verursachen. Ältere Menschen sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten solche Reisen nur nach ärztlicher Beratung antreten.
Hilfreich ist außerdem eine gut ausgestattete Reiseapotheke. Neben regelmäßig benötigten Medikamenten sollten Desinfektionsmittel, Pflaster, Schmerz- und Durchfallmittel, Elektrolyte sowie Sonnen- und Insektenschutzmittel enthalten sein.
Mit einer guten Vorbereitung und der Beachtung dieser Vorsichtsmaßnahmen steht einem sicheren und erholsamen Urlaub nichts im Wege.
Text: Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Hubert Hauser, FACS