(iStock©fizkes) Mit psychologischen Tricks versuchen Betrüger ihren Opfern Geld zu entlocken
Falsche Polizisten und der Neffentrick
Immer wieder werden ältere Menschen Opfer von Telefonbetrügern, die offenbar bestens in Psychologie und Gesprächsführung geschult sind.
Die Täter geben sich als Polizisten, Verwandte oder Bankmitarbeiter aus und versuchen, ihre Opfer unter Druck zu setzen. Besonders häufig sind der sogenannte „falsche Polizist“ und der „Neffentrick“. Mit etwas Vorsicht und einigen einfachen Regeln kann man sich jedoch gut schützen.
Angst und Verunsicherung
Beim Trick des „falschen Polizisten“ melden sich Betrüger telefonisch und behaupten, von der Polizei zu sein. Oft erzählen sie von angeblichen Einbruchsserien in der Umgebung oder davon, dass persönliche Daten gefunden wurden. Ziel ist es, Angst oder Verunsicherung zu erzeugen. Auch die Vorgabe, ein naher Verwandter sei in einen Unfall verwickelt und es müsse nun eine „Kaution“ bezahlt werden, ist geläufig und bekannt.
Die Täter versuchen dann, ihre Opfer dazu zu bringen:
- Bargeld oder Schmuck „zur sicheren Verwahrung“ zu übergeben,
- Bankdaten preiszugeben,
- Geld abzuheben oder zu überweisen.
- Eine hohe „Kaution“ zu hinterlegen.
Manchmal erscheint sogar eine Person in ziviler Kleidung an der Haustür und zeigt einen gefälschten Dienstausweis vor.
Wichtig:
Die echte Polizei fordert niemals telefonisch Bargeld, Schmuck oder Bankdaten an. Auch wird niemand aufgefordert, Wertgegenstände einem Beamten mitzugeben.
Der Neffentrick
Beim „Neffentrick“ geben sich Betrüger als Angehörige aus — häufig als Enkel, Neffe oder Nichte. Sie beginnen das Gespräch oft mit Sätzen wie:
„Rate mal, wer hier spricht?“
Viele Menschen nennen daraufhin selbst einen Namen, den die Täter sofort aufgreifen.
Danach schildern die Betrüger eine Notlage:
- ein Unfall,
- eine dringende Rechnung,
- ein Wohnungskauf,
- ein Krankenhausaufenthalt.
Gemeinsam aufmerksam
Anschließend wird um schnelle finanzielle Hilfe gebeten. Oft soll das Geld von einem „Freund“ oder „Boten“ abgeholt werden. Betrüger suchen gezielt nach Menschen , die alleine leben oder verunsichert wirken. Deshalb ist es wichtig, innerhalb der Familie, im Freundeskreis und in Vereinen offen über diese Maschen zu sprechen. Ein kurzes Gespräch kann helfen, Betrug zu verhindern – und vielleicht sogar viel Geld und Leid ersparen.
So schützen Sie sich:
- Misstrauisch bleiben
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen — auch dann nicht, wenn die Anrufer freundlich oder s ehr überzeugend wirken oder ein Notfall angegeben wird.
- Niemals Geld oder Wertsachen übergeben
Übergeben Sie niemals Bargeld, Schmuck oder Sparbücher an unbekannte Personen.
- Keine persönlichen Daten nennen
Geben Sie keine Bankdaten, Passwörter oder Informationen über Ihr Vermögen preis.
- Angehörige direkt anrufen
Rufen Sie Verwandte unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück — nicht unter jener Nummer, die der Anrufer nennt.
- Auflegen ist erlaubt
Wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt: Gespräch sofort beenden.
- Polizei verständigen
Im Verdachtsfall sofort die Polizei unter dem Notruf 133 kontaktieren.
Typische Warnsignale
Achten Sie besonders auf folgende Hinweise:
- Der Anrufer erzeugt Zeitdruck.
- Es wird absolute Geheimhaltung verlangt.
- Geld soll sofort übergeben werden.
- Ein angeblicher Polizist fragt nach Vermögen oder Schmuck.
- Es meldet sich ein unbekannter „Bote“.
Was tun, wenn man bereits betroffen ist?
Viele Opfer schämen sich — dabei sind die Täter professionell geschult und sehr überzeugend. Wichtig ist:
- Sofort die Polizei informieren,
- Angehörige verständigen,
- Bank kontaktieren, falls Daten weitergegeben wurden.
Je schneller reagiert wird, desto größer ist die Chance, weiteren Schaden zu verhindern.